Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt

Wanderausstellung


„Es ändert sich alles – Väter in Elternzeit“ - ein Projekt des Bündnisses für Familie in der Region Flensburg in Zusammenarbeit mit dem KDA

Das Verständnis von Vaterschaft hat sich grundlegend verändert. Manche Fachleute sprechen von einer "sanften Revolution", wenn sie die Entwicklung der vergangenen Jahre beschreiben. Zweidrittel der Männer, unabhängig davon, ob sie Kinder haben oder nicht, verstehen sich als "Erzieher des Kindes", nur ein Drittel als "Brotverdiener der Familie": So ergaben es repräsentative Untersuchungen. Bis vor einigen Jahrzehnten verhielt es sich noch genau umgekehrt. Mittlerweile hat sich eine neue soziale Norm herausgebildet, die dazu begetragen hat, dass Männer ihre Vaterschaft und ihre Rolle in der Familie neu definieren.
Mögen es prozentual noch wenige Väter sein, die eine mindestens zweimonatige Elternzeit mit Elterngeld beantragen, so handelt es sich doch um die Protagonisten eines neuen männlichen Lebensstils, der von einer partnerschaftlichen Teilung der Familien- und Hausarbeit bestimmt ist. Im Sinne einer Ethik des Gleichgewichts achten die Väter darauf, die Balance zwischen Beruf und Familie neu auzutarieren. Das Modell einer aktiv gestalteten Vaterschaft kann jedoch nur gelingen, wenn die Betriebe familien- und väterfreundliche Arbeitsbedingungen anbieten und die politischen Rahmenbedingungen darauf abgestimmt sind.
Zwölf Väter aus der Region Flensburg haben an dem Projekt mitgewirkt. Der Titel der Ausstellung "Es ändert sich alles - Väter in Elternzeit" entspricht ihren Erfahrungen in der Elternzeit. Mit der Geburt eines Kindes ist mit einem Male alles anders als vorher. Diese Veränderung ist mit unbeschreiblichen Glückserfahrungen verbunden, bisweilen aber auch mit der ernüchternden Einsicht in die Grenzen eigener Belastbarkeit. Die Bereitschaft der Väter, durch die Fotos öffentlich zu werden, ist bestimmt von dem Wunsch an zukünftige Väter, die "Chance ihres Lebens" nicht zu verpassen und Elternzeit in Anspruch zu nehmen. Denn es lohnt sich, obwohl oder gerade weil sich alles ändert.
Die Ausstellung besteht aus zwölf großformatigen Fotos mit Bildtexten, die sich aus Interviews mit den Vätern ergeben haben. Weitere Texttafeln führen in die Thematik ein. Das Projekt wendet sich an Unternehmen und Institutionen, an soziale Verbände und berufsbildende Schulen sowie an alle, die am gesellschaftspolitischen Diskurs über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf teilnehmen. Die Ausstellung kann ausgeliehen werden.

Kontakt:

Pastor Harald Schrader
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Fon 0461 / 50 30 9-35