Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt

Geschichte des KDA - nach 1952

Nach den Beschlüssen von 1952

1. Zusammenarbeit Arbeiterwerk und Evangelische Akademie

Mit den Beschlüssen war eine gute Zusammenarbeit bei gleichzeitiger, besonders von Dr. Feller genauestens beachteter Abgrenzung und Arbeitsteilung zwischen beiden Werken im gesellschaftlich-sozialen Dienst der Kirche gefordert.
Es gab von Zeit zu Zeit Kompetenzschwierigkeiten. Wer führt das Gespräch mit dem Handwerk,  Akademie oder Arbeiterwerk? Zuständigkeitskonflikte dieser Art konnten von Fall zu Fall zwischen Dr. Feller und Dr. Heyer geklärt werden. Soweit sich auch bei der Vorbereitung von Tagungen und Freizeiten Überschneidungen ergaben, waren die Leiter beider Werke bemüht, zu einem gemeinsamen, zumindest aufeinander abgestimmten Handeln zu kommen. "Damit wir nicht mit 2 Zungen reden", sagte Dr. Feller.

2. Die Kirche zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern

Eine Zweizüngigkeit konnte vermutet werden, wenn das Arbeiterwerk seine Kontakte mehr mit den Gewerkschaften bzw. den Betriebs- und Personalräten suchte, während die Gespräche mit den Unternehmensleitungen und den Top-Managern der Akademie aufgegeben waren. Bedeutete solche Zweigleisigkeit nicht auch Zweizüngigkeit der Kirche?
Den Zugang zu weiten Kreisen der Arbeitgeber ermöglichte vor allem die Tätigkeit des Pastors Johannes Schröder in Neumünster, dem späteren ersten hauptamtlichen Sozialpastor in Schleswig-Holstein. Schröder hatte als Mitglied des Rotary-Clubs eine Reihe von leitenden Männern der Wirtschaft in Schleswig-Holstein in seinem Gemeindesaal in Neumünster um sich gesammelt. Vom Generaldirektor der DEA bis zum Chef des kleinen Lederwarenbetriebs in Einfeld waren viele Branchen vertreten, als es 1953 zur ersten Begegnung der Evangelischen Akademie mit den Spitzen der Unternehmungen und der Arbeitgeberverbände kam.