Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt

Geschichte des KDA - Anfänge

3. Christliche Gewerkschaft oder Christen in der Gewerkschaft?

Gleich zu Beginn kamen die unterschiedlichen Auffassungen zwischen dem Männerwerk der EKD und den Vertretern der evangelischen Arbeitervereine zum Ausdruck. Die Arbeitervereine aus den West- und süddeutschen Industriegebieten wollten an die Tradition der durch das 3. Reich unterbrochenen Entwicklung der Weimarer Zeit anknüpfen und strebten – gemeinsam mit der katholischen Arbeiterbewegung – die Wiederbelebung der Christlichen Gewerkschaften an. Dagegen suchte die Männerarbeit mit ihrem Arbeiterwerk unter Berücksichtigung früherer Erfahrungen und des Prozesses gesellschaftlich-politischer und wirtschaftlich-sozialer Veränderungen neue Wege zu gehen, die auch theologisch begründet wurden: Nicht christliche Gewerkschaften, sondern Mitarbeit und Mitverantwortung bewusst evangelisch-christlicher Arbeitnehmer in der neu gegründeten Einheitsgewerkschaft.