Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt

Geschichte des KDA - Weites Feld

Schubyer Gesprächskreis

Wir kamen also fortan nicht mehr in Sankelmark oder an anderen "Tagungsorten" zusammen, sondern in der Ortsgemeinde St. Michaelis-Land in Schuby.
Dann saßen im großen Gasthaussaal Bauern und Arbeiter, Handwerker und Lehrer, Ärzte und Kaufleute aus der eigenen Gemeinde wie aus ganz Schleswig-Holstein beisammen und sprachen mit Professoren und Dozenten, mit Funktionären der Verbände aus Landwirtschaft und Industrie, mit Mitarbeitern aus Behörden und Vereinen. Dazu kamen Pastoren und Kirchenälteste aus der Landeskirche, und alle waren zum abschließenden Gottesdienst im Gotteshaus vereint. Das alles trug zur Verlebendigung des Gemeindelebens bei und strahlte in Wechselwirkung in die "gesamtkirchliche" Arbeit unseres "gesellschaftsbezogenen" Dienstes aus.
So ergab sich von selbst die Praxis des "Schubyer Gesprächskreises", den wir als Beispiel oder Modell einer der von Professor Wendland geforderten neuen Kirchlichen Strukturen im "Strukturwandel der Gesellschaft" formierten.
Den "Auflöungsprozess" tradierter Strukturen hatten die Soziologen mit ihren empirischen Untersuchungen vor Ort uns allen ins Bewusstsein gerufen, die wir in den unterschiedlichen Berufen und gesellschaftlichen Positionen an diesem Prozess unmittelbar teilhatten.
In diesem Wandlungsprozess überkommener gesellschaftlicher und sozialer Ordnungen waren die in ihnen manifestierten (christlichen) Werte und menschlichen Beziehungen einbegriffen. Die Kirche, bisher "Mitte des Dorfes", ebenso im topographischen wie geistigen Sinn, wurde bei diesem Vorgang mehr und mehr als Außenseiter an den Rand gedrängt.