Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt

Rückblick auf Debatte

„Offenen Gesellschaft“ am 18. Mai 2017 in St. Katharinen
„Welches Land wollen wir sein?“

Die erste Debatte zur offenen Gesellschaft in Hamburg wurde mit vier Impulsgebern*innen und 130 Teilnehmenden geführt.
Es war ein Abend, an dem das große Thema „Demokratie“ Gegenstand der Debatte war und dies mit dem Blick, für etwas einzutreten: für Vielfalt, für Toleranz und für eine neue soziale Bewegung.

Denn die Demokratie ist kostbar. Sie ist die beste Form, die Zukunft zu gestalten, auch wenn es manchmal mühsam erscheint und man einen langen Atem benötigt, wenn man Demokratie als einen Marktplatz der Meinungen, Alternativen und auch Gegenstimmen begreift.



Viele Menschen waren zur „Offenen Debatte“ in die Hauptkirche St. Katharinen gekommen

In Hamburg hat es funktioniert: Durch das offene Format und die einladenden Impulse haben sich viele Menschen angesprochen gefühlt, sich zu beteiligen und sowohl ihre persönlichen Ängste als auch differenzierte Meinungen, Statements, Aufforderungen, aber auch Verdruss und Wut zu äußern.

Die vier Impulsgeber*innen gaben in kurzen Vorträgen einen Einstieg in das Thema und bildeten damit die Grundlage der Diskussion:



v.l.n.r. Moderatorin Dr. Friederike Bornträger mit den Impulsgeber*innen Prof. Harald Welzer, Landespastor Dirk Ahrens, Anja Reschke und Isabella Vértes-Schütter


Harald Welzer
, Soziologe und Mitbegründer der Initiative „Die Offene Gesellschaft“, machte deutlich, wie fragil die Demokratie ist und wie wichtig – aller Digitalisierung zum Trotz – analoge Räume sind, in denen Debatten zwischen Menschen stattfinden können. Welzer betonte zudem, dass im Sinne der Vorurteilsforschung sich Menschen darin unterscheiden, wie viele Vorurteile sie für ihre eigene Sicherheit benötigen.

Landespastor Dirk Ahrens legte hingegen den Finger in die Wunde der Chancenungleichheit: Auch in Hamburg seien Einkommen und Vermögen ungleich verteilt, was sich vor allem schwerwiegend in Bildungs- und Berufsbiografien auswirke.

Engagiert und mutig trat Anja Reschke, Journalistin und leitende NDR-Redakteurin, für mehr Bürgerbeteiligung ein und führte Beispiele aus dem europäischen Ausland an. Positiv hob sie die Bürgerforen in Irland hervor, durch deren Einsatz Regierung und Parlament schließlich die „Ehe für Alle“ eingeführt hätten. Aber auch andere Formen bei der Besetzung öffentlicher Ämter könnten ihrer Meinung nach zu einer Stärkung der Demokratie führen.

Die Verbindung zwischen Vielfalt und Kultur betonte Isabella Vértes-Schütter, die sowohl als Theater-Intendantin als auch als Bürgerschaftsabgeordnete langjährige Erfahrungen vorzuweisen hat. Demnach kann gesellschaftliche Vielfalt die Kultur bereichern.

Für kulturelle Vielfalt an diesem Abend sorgten Künstler der HipHop Academy Hamburg. Zu Beginn schon hatte eine Breakdance-Gruppe für Auflockerung gesorgt. Zum Schluss lieferte der Rapper AJ Betrachtungen zu „Ignoranz“ und gab den Teilnehmenden weitere Anregungen zum Thema „Offene Gesellschaft“ mit auf den Heimweg.



Breakdancer der HipHop Academy Hamburg