Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt

Fachtag in Züssow 21.5.

Erbschaften der Vergangenheit in der Begegnung mit Flüchtlingen heute. Historische und tiefenpsychologische Perspektiven.

Seit 1945 gab es weltweit noch nie so viele Flüchtlinge wie heute. Etliche von ihnen suchen Hilfe bei uns. Aufgrund unserer Vergangenheit ist das Thema Flucht und Vertreibung mit unbewussten Gefühlserbschaften, mit ideologischen Tabus und historischen Vorurteilen verbunden.

Als Voraussetzung für eine Willkommenskultur sollten die seelischen und historischen Trümmer ans Licht gebracht und zur Basis für individuelles und kollektives Lernen werden.



Zu diesem Fachtag am

Donnerstag, den 21. Mai 2015,
von 10:00 bis 15:00 Uhr
im BIOTagungshotel Wichernhaus
Gustav-Jahn-Straße 6
17495 Züssow

laden der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt M-V, das Regionalzentrum kirchlicher Dienste und die Propstei Demmin herzlich ein.

Vorträge und Gespräch mit:
Dr. Andreas Kossert, Berlin, Historiker, Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung Autor u.a. von „Kalte Heimat. Die Geschichte der deutschen Vertriebenen nach 1945.“

Dipl. Psych. Bettina Alberti, Lübeck, PsychotherapeutinAutorin u.a. von „Seelische Trümmer. Die Nachkriegsgeneration im Schatten des Kriegstraumas.“



Dr
. Andreas Kossert
hat den Mythos von der rundum geglückten Integration der Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg erschüttert. Gleichzeitig dokumentiert er die unterschiedlichen Entwicklungen der Vertriebenenaufnahme in West und Ost. Dazu gehört die Tatsache, dass es Vertriebene in der ehemaligen DDR offiziell gar nicht gab.
Günter Grass hat über „Kalte Heimat“ gesagt: „Ich habe das Buch mit Spannung gelesen. Endlich ist die verworrene und traurige Geschichte der Menschen dokumentiert, die nach 1945 von ihren eigenen Landsleuten ausgegrenzt wurden.“

Bettina Alberti begleitet gemeinsam mit ihrem Mann Heiner Alberti in ihrer psychotherapeutischen Praxis seit über fünfundzwanzig Jahren Menschen. Ihre Erfahrung ist, dass auch 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs noch viele Menschen an den seelischen Folgen leiden. Selbst bei den Kindern der Kriegskinder zeigen sich Gefühle von Einsamkeit, Unsicherheit, Angst und Entwurzelung. Diese Kinder der Kriegskinder selber wiederum mussten zu der Erbschaft ihrer Eltern und Großeltern auch noch die beklemmende Atmosphäre des Kalten Krieges bewältigen. Im Ostteil des Landes kam dazu quasi über Nacht die völlig unerwartete deutsche Wiedervereinigung und der erneute Zusammenbruch einer alles beherrschenden Ideologie. Geblieben sind vielfältige „Seelische Trümmer“.

Die Teilnahme ist für Sie kostenfrei. Es wird um eine zeitnahe Anmeldung gebeten:
Simone Witteck, Tel.: 03834 / 89 63 111
Fax: 03834 / 89 63 117,
Email:
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Ansprechpartner:
Pastor Matthias Bartels, Regionalzentrum, Karl-Marx-Platz 15, 17489 Greifswald, Tel: 03834 / 89 63 110
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Pastor Dr. Jürgen Kehnscherper, KDA M-V, Alter Markt 19, 18055 Rostock, Tel: 0381 / 3779 87-610
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Bildquelle: Bundesarchiv Bild 146-1976-072-08, Flucht“ von Bundesarchiv, Bild 146-1976-072-08 / CC-BY-SA. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_146-1976-072-08,_Flucht.jpg#/media/File:Bundesarchiv_Bild_146-1976-072-08,_Flucht.jpg „