Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt

Handreichung zum Beginn eines neuen Ausbildungsjahrgangs 2005

Geleitwort für die Handreichung an die Kirchengemeinden der Nordelbischen Kirche zum Beginn eines neuen Ausbildungsjahrgangs 2005

Liebe Geschwister,

der 1. August markiert für viele Jugendliche einen wichtigen Punkt auf ihrem Lebensweg. Nach der Schulzeit beginnt mit der beruflichen Ausbildung eine neue Lebensphase, die für viele mit Hoffnung und Vorfreude, aber auch mit mancherlei Ängsten und Bedenken verbunden sind. Herauszufinden, welches mein Weg ins Leben ist, wo meine Begabungen liegen und in welchem Beruf ich diese einsetzen kann, war noch nie eine einfache Sache. In der multiple-choice Gesellschaft des 21.

Jahrhunderts ist diese Lebensentscheidung noch komplizierter geworden. Galt vor Jahren eine Berufsentscheidung beinah für ein Leben lang, so wird heute von jungen Leuten Flexibilität verlangt, lebenslanges Lernen und Mobilität. Für manche Schulabschlüsse ist die Wahlmöglichkeit von Ausbildungsberufen sehr eingeschränkt. Der Konkurrenzdruck bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz ist groß, nicht alle beginnen die Ausbildung in ihrem Wunschberuf.

Besorgniserregend ist die Zahl von Schulabgängern, die noch keine Lehrstelle in Aussicht haben. Da ist es wichtig, auf dem Weg die Motivation und den Mut nicht zu verlieren.

Beim Übergang von der Schule in die Welt der Berufstätigkeit brauchen junge Menschen unsere Begleitung, Ermutigung und Unterstützung. Gerade in den ersten Monaten, beim Zurechtfinden in einem neuen Lebensrhythmus, als Ansprechpartner bei Konflikten, bei Enttäuschung, wenn eine Bewerbung zum wiederholten Mal nicht gelingt oder wenn Zweifel aufkommen, ob die Berufswahl die richtige war. Der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt kann hier als Ansprechpartner Hilfen und Beratung vermitteln. Ein offenes Ohr und ein Gesprächsangebot in der Kirchengemeinde ist ebenso wichtig. Denken wir daran, dass eine Übersetzung des Gottesnamens lautet: Ich bin da. Ich gehe mit. Lassen Sie uns das als Kirche in Gottes Namen tun: ein Stück mitgehen mit jungen Menschen, die einen wichtigen Schritt in ihre Zukunft tun. Unsere Fürbitte, besonders in den Gottesdiensten um den 1. August herum, macht dies deutlich und stärkt unsere Achtsamkeit für die jungen Menschen und ihr Leben.

Segen zum Schulabgang

Gott,
die lebendige Quelle
aller Hoffnung,
Kraft und Liebe,
segne dich,
dass dein Leben reich wird,
Frucht bringt und sich erfüllt;
Und behüte dich,
dass du bewahrt bleibst vor allem Unheil
an Leib und Seele.

Bischof Dr. Knuth, Sprengel Schleswig 
Bischöfin Jepsen, Sprengel Hamburg
Bischöfin Wartenberg-Potter, Sprengel Holstein-Lübeck